Erasmus+ Projekt

Gemeinsam mit unseren Partnern aus Corleone in Sizilien ergründeten wir die Hoffnungen und Herausforderungen der Gen Z und überlegten Ideen für ein aktives Mitgestalten der Zukunft.

Das Miteinander in Europa durch Begegnung stärken: Für diesen Gedanken steht das Programm Erasmus+. Es ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der EU, dass Schülerinnen und Schüler europäischer Schulen sich im Rahmen einer gemeinsamen Projektarbeit gegenseitig besuchen und lernen, was uns in Europa trotz unterschiedlicher Lebenwirklichkeiten zu einer kulturellen und politischen Einheit macht.

Mit unserem Projekt “Gen Z- Hopes and Challenges”, das wir mit Förderung des bayerischen Konsortiums ‘Erasmus@isb’ durchführen durften, wollten wir ergründen, was die Jugendlichen der Generation Z beschäftigt, welche Sorgen und Hoffungen sie haben und wie sie mit künftigen Herausforderungen umgehen können.

Für das Projekt hätten wir uns keine besseren Partner wünschen können als die Schülerinnen und Schüler aus Corleone in Sizilien, denn sie trugen zum Gelingen von Projekt und Austausch erheblich bei durch ihre offene, interessierte und unkomplizierte Art.

Zu Beginn fanden im Oktober 2025 beim Besuch der Sizilianer neben dem kulturellen Programm in München Gesprächsrunden über die Haltung der Gen Z zu aktuellen Themen statt. Diese reichten von Alltäglichem wie Schule oder Sport über berufliche Wünsche, über die Wirkung sozialer Medien und nicht zuletzt die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Um im nächsten Schritt zu sehen, ob ihre Beobachtungen auch für eine größere Gruppe Jugendlicher der Gen Z Gültigkeit besitzen, führten die 30 Schülerinnen und Schüler unserer italienisch-deutschen Projektgruppe eine digitale Umfrage unter den 15 bis 17-Jährigen ihrer Schulen durch. Die Teilnehmenden gaben dabei an, inwieweit sie Aussagen zu den Themen gesellschaftliche Teilhabe, Bildung, Rechtsstaatlichkeit, Geschlechterrollen und Wehrdienst zustimmen.

Die Ergebnisse sind bei 253 Teilnehmern durchaus repräsentativ und wir diskutierten sie bei unserem Besuch in Corleone Ende März 2026, bei dem uns Andreas Lauer begleitete.

Zum Abschluss des Projekts entwarfen die Schülerinnen und Schüler Lösungsansätze, die vom Prinzip der Handlungsfähigkeit im Kleinen wie im Großen ausgehen sollten.

Denn auch wenn die großen Probleme unserer Zeit in Politik, Gesellschaft und Umwelt nicht auf die Schnelle lösbar sind, ist eine aktive Haltung dazu unerlässlich.

Vor Ort erzählten uns unsere italienischen Partner mit Begeisterung, wie sie gerade erlebt hatten, dass Einsatz sich lohnt: Wenige Tage vor unserem Besuch in Corleone war in Italien mit den Stimmen der jungen Wähler die Justizreform, die eine Schwächung der Gewaltenteilung bedeutet hätte, in einem Referendum abgelehnt worden. Für viele Erstwähler ein Zeichen, wie wichtig es gewesen war, sich zu informieren und seine Stimme abzugeben.

Neben der schönen Erfahrung der Projektarbeit bleibt noch eines besonders in Erinnerung, nämlich das Motto des bekannten Richters Giovanni Falcone, der wohl wissend, dass es ihn sein Leben kosten würde, den Kampf gegen die Mafia führte: „Perché una società vada bene, […] basta che ognuno faccia il suo dovere.”–  „Damit eine Gesellschaft gut funktioniert, […] genügt es, dass jeder seinen Beitrag leistet.” Er wollte damit ausdrücken, dass der Weg, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern, für ihn darin bestand, sich ohne viel Aufhebens, mit Anstand für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen. Sicher eine guter Leitgedanke in der heutigen Zeit.

Hier finden Sie die Auswertung zur GenZ-Umfrage.