Land und Leute in Afghanistan

 

 

Geographie
  • Einwohnerzahl: ca. 20 Millionen
  • Größe: 652225 km2, das ist das 1,8-fache der Fläche Deutschlands oder 7% der Fläche der USA
  • Hauptbevölkerung im Osten des Landes
  • 40% des Landes liegen auf mehr als 1800 m über dem Meeresspiegel
  • die höchsten Berge (5000-6000m) sind im Nordosten am Hindukusch
  • Gebirge und unfruchtbare Wüsten sind vorherrschend; die Landhöhen reichen von 300 m bis 5000 m über N.N, ganz im Osten befindet sich sogar ein 7699 m hoher Gipfel
  • nur 10% des Landes eignen sich für Ackerbau und menschliche Ansiedlung
  • erdbebenreiches Gebiet
  • keine Infrastuktur:
    keine direkte Flugverbindung, da der einzige Flughafen in Kabul zu klein für   Passagiermaschinen ist (hinzu kommen Sanktionen der USA)
  • kein Zug
  • sehr schlechte und verminte Wege und Straßen
  • kein regelmäßiger Bus (Busfahrer warten bis der Bus ganz voll ist, meist sogar überfüllt

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Klima

 

  • subtropisches, hochkontinentales Bergklima,
    in höheren Lagen sind Klima und Vegetation mit der südeuropäischer Trockenräume vergleichbar Sommer: sehr heiß und trocken
    Winter: sehr kalt
  • durchschnittlicher Niederschlag: unter 25 mm

 

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Geschichte
 
 Mitte des  18. Jh. Ahmed Schah Durrani gründet ein mächtiges Emirat
Anerkennung Dost Mohammeds als Emir durch Großbritannien
Einmarsch britischer Truppen
  1893 Duvand-Abkommen zw. Afghanistan und Großbritannien:
Großbritannien erhält gegen Zahlung von Jahresgeldern eine gewisse Vorherrschaft über Afghanistan
  1907 Anerkennung der Unabhängigkeit Afghanistans durch Großbritannien und Russland
  1919 Krieg gegen Großbritannien
seit 1931 konstitutionelle Monarchie
  1964 Verfassung
  1973 Sturz des Königs durch einen Militärputsch Ausrufung der Republik
  1978 Putsch der kommunistisch orientierten DVPA Freundschaftsvertrag mit der UdSSR
  1979 Sept.: Palastrevolte: H. Amin wird neuer Staatschef
    27. Dez.: Einmarsch sowjetischer Truppen Einsetzung B. Karmals als Staats-, Regierungs- und Parteichef
  1980 Boykott der Olympischen Spiele in Moskau durch viele westliche Staaten als Reaktion auf den Truppeneinmarsch
  1988 Afghanistan-Vertragspakt: Beschluss des Abzugs der sowjetischenTruppen (bis Feb. 1989)
  1992 April: Eroberung Kabuls durch Mudschaheddin-Milizen, Sturz des Präsidenten
    Juni: Kämpfe innerhalb der Miliztruppen
  1994 neuerliche Kämpfe der Milizen untereinander
ab 1996 Diktatur der militanten Taliban
ab Oktober 2001 Angiffe der US-Army gegen die Taliban (Auslöser: Anschlag vom 11.September)
 

Dezember 2001

bis heute

Kampf gegen die Taliban

 

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Kultur

Afghanistan wird oft als "Viel-Völker-Staat" bezeichnet. Die Liste der rund 30 verschiedenen Sprachen, die dort gesprochen werden, bestätigt diese Bezeichnung.In Afghanistan leben viele Nomaden. Ihre Bedürfnisse sind nach westlichen Maßstäben sehr gering. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus dem afghanischen Fladenbrot, Reis, Linsen und roten Bohnen. Die Reste werden nicht einfach weggeworfen, sondern am nächsten Tag verzehrt. Nur am Freitag, sozusagen dem islamischen Sonntag, gibt es Eier. Tee ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Afghanistan ist zu 100% islamisch.

Frauen haben kaum Rechte. Sie dürfen nicht studieren und nur Wenige dürfen arbeiten. In manchen besonders streng islamischen Gebieten dürfen die Frauen noch nicht einmal ohne einen männlichen Verwandten das Haus verlassen. Und selbst dann müssen sie die Tschadri tragen, ein Kleidungsstück, das die Trägerin vollkommen verhüllt, mit Ausnahme der Augen, deren Blickfeld jedoch durch ein engmaschiges Netz eingeschränkt wird.

Blumen gelten als Synonym für Schönheit. Viele Menschen tragen sie, riechen sie und genießen die Natur. Am Krankenhaus Chak wachsen viele Blumen um das Wohlbefinden der Patienten zu stärken.

reiterinnen

 

Mann-mit-Madchen

Wenn du sagst "Ich bin",
und ich sage "Ich bin",
werden wir beide nicht sein.
Wenn du sagst "Du bist"
und ich sage "Du bist",
werden wir beide sein.
(afghanisches Sprichwort)

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Politische Lage

Der Krieg in Afghanistan dauert nunmehr seit über dreißig Jahren an.

1978 begann der politische Konflikt mit einem Staatsstreich der kommunistischen Volkspartei. Dieser wurde ein Jahr später durch das Eingreifen der sowjetischen Armee unterstützt. Es tobte nun ein zehnjähriger Kampf der sowjetischen Besatzung gegen die von den USA und Saudi-Arabien unterstützten Widerstandskämpfer, die Mudschahiddin. Verwüstung großer Landesteile, Verfolgung und Tod waren die Folge. 1989 gaben die Sowjets auf und zogen sich aus Afghanistan zurück.

1992 wurde der pro sowjetische Präsident Nadschibullah von den Mudschaheddin gestürzt. Es folgte ein innerafghanischer Bürgerkrieg, bei dem sich die verschiedenen Mudschaheddin-Gruppen gegenseitig bekämpften.

bombhaus

 

Ab 1995 drangen radikal-islamischen Taliban - aus Pakistan kommend - in das Land ein und riefen das "Islamische Emirat Afghanistan" aus. Sie erließen strenge Gesetze, die das gesamte Leben der Afghanen reglementierten (Verbot von Musik, Sport, Bildern und Fernsehen - Unterdrückung der Frauen und Mädchen ... )

Nach dem 11. September 2001 drangen amerikanische Soldaten in das Land ein, da Osama bin Ladens Aufenthaltsort in Afghanistan vermutet wurde. Im Dezember 2001 trafen sich Exilafghanen und ehemalige Anführer der Mudschaheddin in Bonn und vereinbarten ein "Petersberger Abkommen", das eine schrittweise Demokratisierung ihres Landes vorsah. Hamid Karsai wurde zum Vorsitzenden einer provisorischen Regierung ernannt. Es wurde um eine internationale Truppe gebeten, die die Sicherheit der provisorischen Regierung gewährleisten sollte. Diese Aufgabe übernahm die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF.

2002 übernahm eine wiederum von Karsai angeführte Übergangsregierung die Macht in Afghanistan. 2004 wurde eine neue afghanische Verfassung erlassen. Karsai wurde in einer anschließenden Wahl als demokratisch legitimierter Präsident des Landes bestätigt. 2005 fanden Parlamentswahlen statt, aus denen sich das erste, frei gewählte afghanische Parlament bildete.

 

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